II · Mineralstoffe
Kalium
auch: K · Kaliumcitrat
Der Gegenspieler des Natriums — und der einzige Mineralstoff, dessen Höchstmenge in Präparaten so streng begrenzt ist.
Studienlage
Unsere Empfehlung
Drei Präparate mit Kalium, drei Maßstäbe
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Was über Kalium gesagt werden darf
Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.
- 01
„Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“
Bedingung mindestens 300 mg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)
- 02
„Kalium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“
Bedingung mindestens 300 mg je 100 g bzw. je Portion
- 03
„Kalium trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks bei“
Bedingung mindestens 300 mg je 100 g bzw. je Portion
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Der Blutdruckeffekt läuft über das Verhältnis
Kalium ist einer der wenigen Nährstoffe mit einer zugelassenen Angabe zum Blutdruck. Der Mechanismus hängt am Gleichgewicht mit Natrium: Kalium fördert die Natriumausscheidung über die Niere und entspannt die Gefäßmuskulatur. Wirksam ist deshalb nicht die absolute Kaliummenge, sondern das Verhältnis von Kalium zu Natrium in der Ernährung.
Praktisch bedeutet das: Weniger Fertigprodukte und mehr Gemüse verschieben das Verhältnis wirksamer als jedes Präparat — zumal Präparate auf 500 mg begrenzt sind, ein Achtel dessen, was über Lebensmittel leicht zusammenkommt.
Warum die Höchstmenge so niedrig ist
Der Kaliumspiegel im Blut wird eng geregelt, weil er direkt die Erregbarkeit von Herz und Nerven bestimmt. Ist die Niere gesund, scheidet sie den Überschuss zuverlässig aus. Ist sie es nicht — was viele Betroffene lange nicht wissen — kann eine Kaliumgabe zu Herzrhythmusstörungen bis zum Herzstillstand führen. Deshalb begrenzt das BfR Präparate scharf, während gegen Bananen und Kartoffeln nichts einzuwenden ist.
Verbindungen im Vergleich
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kaliumcitrat | hoch | Gut löslich, wirkt zugleich leicht basisch. Die übliche Form in Präparaten. |
| Kaliumchlorid | hoch | In Diätsalzen als Natriumersatz. Schmeckt leicht metallisch-bitter. |
Wechselwirkungen
ACE-Hemmer und Sartane
verstärktDiese Blutdrucksenker halten Kalium im Körper zurück. Zusätzliche Präparate können den Spiegel gefährlich anheben.
Kaliumsparende Diuretika
verstärktDieselbe Gefahr — Kaliumpräparate hier nur nach ärztlicher Anweisung.
Schleifendiuretika
hemmtErhöhen die Kaliumausscheidung, hier besteht eher ein Mehrbedarf.
Wer besonders darauf achten sollte
- Menschen mit sehr geringem Obst- und Gemüseverzehr
- Menschen unter Therapie mit entwässernden Medikamenten
- Menschen mit anhaltendem Erbrechen oder Durchfall
Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung
- Muskelschwäche, Waden- und Muskelkrämpfe
- Verstopfung
- Herzrhythmusstörungen
Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.
Woher es über die Nahrung kommt
Belege
- 01 Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Kalium · Deutsche Gesellschaft für Ernährung · 2017
- 02 Höchstmengen für Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln · Bundesinstitut für Risikobewertung · 2021
Siehe auch
Andere Mineralstoffe
Wirkstoffbereiche
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Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
Mineralstoffe
Anorganische Nährstoffe, die der Körper in Mengen über 50 mg am Tag braucht.
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Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
Fettsäuren
Bausteine der Nahrungsfette, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße, teils essenziell, teils vom Körper selbst herstellbar.
Pflanzenstoffe
Extrakte und Einzelstoffe aus Pflanzen. Für sie ist die Claim-Bewertung bis heute ausgesetzt.
Darmflora
Probiotische Kulturen und Ballaststoffe, die auf die Darmbesiedlung wirken.
Weitere Stoffe
Körpereigene Verbindungen und Strukturstoffe, die keiner der übrigen Gruppen zufallen.