III · Spurenelemente
Eisen
auch: Fe · Eisenbisglycinat · Eisen(II)-sulfat
Der weltweit häufigste Nährstoffmangel — und zugleich der Stoff, den man am wenigsten auf Verdacht einnehmen sollte.
Studienlage
Unsere Empfehlung
Drei Präparate mit Eisen, drei Maßstäbe
- I Wirkstoffsieger
Platz frei
Die beste Bewertung, unabhängig vom Preis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.
- II Preis-Leistungs-Sieger
Platz frei
Das beste Verhältnis aus Bewertung und Tagespreis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.
- III Preissieger
Platz frei
Der niedrigste Preis je Tagesdosis. Sobald genug Präparate aufgenommen sind, steht hier eines.
Anzeige · Provisionslinks — kaufst du darüber, erhalten wir eine Vergütung, für dich ohne Aufpreis.
Was über Eisen gesagt werden darf
Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.
- 01
„Eisen trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen und von Hämoglobin bei“
Bedingung mindestens 2,1 mg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)
- 02
„Eisen trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei“
Bedingung mindestens 2,1 mg je 100 g bzw. je Portion
- 03
„Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“
Bedingung mindestens 2,1 mg je 100 g bzw. je Portion
- 04
„Eisen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“
Bedingung mindestens 2,1 mg je 100 g bzw. je Portion
- 05
„Eisen trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei“
Bedingung mindestens 2,1 mg je 100 g bzw. je Portion
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Der einzige Nährstoff auf dieser Seite, bei dem wir vom Ausprobieren abraten
Bei den meisten Stoffen ist ein Zuviel unproblematisch — der Überschuss wird ausgeschieden. Eisen ist die Ausnahme. Der menschliche Körper hat keinen Weg, Eisen aktiv loszuwerden; er reguliert allein über die Aufnahme. Wer dauerhaft ergänzt, ohne einen Mangel zu haben, lagert es ein.
Besonders heikel ist das für die etwa eine von 200 Personen mitteleuropäischer Herkunft, die Anlagen für eine Hämochromatose trägt und Eisen von sich aus übermäßig aufnimmt. Bei ihnen beschleunigt ein Präparat die Schädigung von Leber, Bauchspeicheldrüse und Herz.
Deshalb gilt: erst Ferritin messen lassen, dann entscheiden. Der Test kostet als Selbstzahlerleistung meist unter 20 Euro; bei entsprechenden Beschwerden übernimmt ihn die Kasse.
Warum pflanzliches Eisen schlechter ankommt
Fleisch liefert Häm-Eisen, das der Darm mit rund 15 bis 35 Prozent aufnimmt. Pflanzliches Nicht-Häm-Eisen liegt bei 2 bis 20 Prozent — und wie viel davon ankommt, hängt stark von der Begleitkost ab. Phytate aus Getreide und Hülsenfrüchten sowie Polyphenole aus Kaffee und Tee binden Eisen im Darm und machen es unlöslich.
Die gute Nachricht: Das lässt sich steuern. Vitamin C aus Paprika, Zitrusfrüchten oder einem Schuss Zitronensaft im Linsengericht hebt die Aufnahme deutlich an. Einweichen, Keimen und Sauerteigführung bauen Phytat ab. Und die Tasse Kaffee eine Stunde nach dem Essen statt dazu ist eine der wirksamsten Einzelmaßnahmen überhaupt.
Wenn ergänzt wird, dann richtig
Neuere Untersuchungen sprechen dafür, Eisen jeden zweiten Tag statt täglich einzunehmen. Der Grund ist das Hormon Hepcidin: Es steigt nach einer Eisengabe an und blockiert die Aufnahme für etwa 24 Stunden. Eine Pause dazwischen führt in Summe zu mehr aufgenommenem Eisen bei besserer Verträglichkeit.
Verbindungen im Vergleich
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Eisenbisglycinat | hoch | An Glycin gebunden, deutlich magenfreundlicher als Sulfat. Die beste Wahl bei empfindlichem Magen. |
| Eisen(II)-sulfat | hoch | Der Standard in Arzneimitteln, gut belegt und billig — verursacht aber häufig Übelkeit und Verstopfung. |
| Eisen(II)-gluconat | mittel | Milder als Sulfat, dafür geringerer Eisenanteil je Kapsel. |
| Eisen(III)-Verbindungen | niedrig | Muss erst zu zweiwertigem Eisen reduziert werden. In Nahrungsergänzung wenig sinnvoll. |
Wechselwirkungen
Kaffee, schwarzer und grüner Tee
hemmtPolyphenole binden Eisen im Darm. Die Aufnahme kann um bis zu 60 % sinken. Mindestens eine Stunde Abstand.
Calcium und Milchprodukte
hemmtCalcium konkurriert direkt um den Aufnahmeweg. Nicht gemeinsam einnehmen.
Vitamin C
verstärktReduziert dreiwertiges zu zweiwertigem Eisen und hält es löslich. Verdoppelt die Aufnahme aus pflanzlichen Quellen.
Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin)
hemmtEisen bindet das Hormon im Darm. Mindestens vier Stunden Abstand halten.
Zink
hemmtBeide nutzen denselben Transporter. Bei gleichzeitiger hoher Dosis sinkt die Aufnahme beider.
Wer besonders darauf achten sollte
- Menstruierende Frauen, besonders bei starker Blutung
- Schwangere — der Bedarf verdoppelt sich nahezu
- Vegetarier und Veganer, weil pflanzliches Eisen schlechter aufgenommen wird
- Ausdauersportler, Blutspender
- Menschen mit chronischen Magen-Darm-Blutungen
Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung
- Anhaltende Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit
- Blässe, brüchige Nägel, Haarausfall
- Eingerissene Mundwinkel
- Kurzatmigkeit bei leichter Anstrengung
- Ruhelose Beine (Restless Legs)
Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.
Woher es über die Nahrung kommt
Belege
- 01 Fragen und Antworten zu Eisen in Lebensmitteln · Bundesinstitut für Risikobewertung · 2023
- 02 Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Eisen · Deutsche Gesellschaft für Ernährung · 2021
Siehe auch
Andere Spurenelemente
Wirkstoffbereiche
Die Datenbank weiterlesen
Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
Mineralstoffe
Anorganische Nährstoffe, die der Körper in Mengen über 50 mg am Tag braucht.
Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
Du bist hier
Fettsäuren
Bausteine der Nahrungsfette, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße, teils essenziell, teils vom Körper selbst herstellbar.
Pflanzenstoffe
Extrakte und Einzelstoffe aus Pflanzen. Für sie ist die Claim-Bewertung bis heute ausgesetzt.
Darmflora
Probiotische Kulturen und Ballaststoffe, die auf die Darmbesiedlung wirken.
Weitere Stoffe
Körpereigene Verbindungen und Strukturstoffe, die keiner der übrigen Gruppen zufallen.