I · Vitamine
Vitamin B1
auch: Thiamin · Benfotiamin
Treibstoff des Kohlenhydratstoffwechsels — mit einem Speicher, der nur für wenige Wochen reicht.
Studienlage
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Was über Vitamin B1 gesagt werden darf
Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.
- 01
„Thiamin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“
Bedingung mindestens 0,165 mg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)
- 02
„Thiamin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“
Bedingung mindestens 0,165 mg je 100 g bzw. je Portion
- 03
„Thiamin trägt zu einer normalen Herzfunktion bei“
Bedingung mindestens 0,165 mg je 100 g bzw. je Portion
- 04
„Thiamin trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei“
Bedingung mindestens 0,165 mg je 100 g bzw. je Portion
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Ein Speicher für zwei Wochen
Der Körper hält nur etwa 25 bis 30 mg Thiamin vorrätig — genug für zwei bis drei Wochen. Damit gehört B1 zu den Nährstoffen, bei denen eine Zufuhrlücke sich rasch bemerkbar macht. Weil Thiamin zudem hitze- und wasserlöslich ist, geht beim Kochen und im Kochwasser ein erheblicher Teil verloren.
Beim Getreide sitzt Thiamin überwiegend in Keimling und Randschichten. Weißmehl enthält deshalb nur einen Bruchteil dessen, was im Vollkorn steckt — einer der handfesten Gründe, warum die Mehltype für die Nährstoffversorgung eine Rolle spielt.
Benfotiamin: ein echter Unterschied
Wasserlösliches Thiamin wird über einen sättigbaren Transporter aufgenommen; ab einer gewissen Dosis kommt nicht mehr an. Benfotiamin ist fettlöslich, umgeht diesen Weg und erreicht vielfach höhere Gewebespiegel. Bei diabetischer Polyneuropathie wird es genau deshalb eingesetzt. Für die allgemeine Grundversorgung ist es nicht nötig.
Verbindungen im Vergleich
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Thiaminhydrochlorid / -mononitrat | mittel | Wasserlöslich, Aufnahme über einen sättigbaren Transporter. Die Standardform. |
| Benfotiamin | hoch | Fettlösliche Vorstufe, erreicht deutlich höhere Gewebespiegel. In der Therapie diabetischer Nervenschäden eingesetzt. |
Wechselwirkungen
Alkohol
hemmtAlkohol hemmt die Aufnahme im Darm und beschleunigt die Ausscheidung. Der schwere B1-Mangel bei Alkoholkrankheit ist ein klassisches Krankheitsbild.
Schleifendiuretika
hemmtErhöhen die Ausscheidung über den Urin, besonders bei Herzinsuffizienz relevant.
Metformin
hemmtKann die Thiaminaufnahme verringern.
Wer besonders darauf achten sollte
- Menschen mit hohem Alkoholkonsum
- Menschen mit Diabetes — erhöhte renale Ausscheidung
- Dialysepatienten
- Menschen nach bariatrischer Operation
Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung
- Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche
- Muskelschwäche, Wadenkrämpfe
- Kribbeln in Armen und Beinen
- Bei schwerem Mangel Beriberi oder Wernicke-Enzephalopathie
Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.
Woher es über die Nahrung kommt
Belege
- 01 Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Thiamin · Deutsche Gesellschaft für Ernährung · 2019
Siehe auch
Andere Vitamine
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Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
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Mineralstoffe
Anorganische Nährstoffe, die der Körper in Mengen über 50 mg am Tag braucht.
Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
Fettsäuren
Bausteine der Nahrungsfette, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße, teils essenziell, teils vom Körper selbst herstellbar.
Pflanzenstoffe
Extrakte und Einzelstoffe aus Pflanzen. Für sie ist die Claim-Bewertung bis heute ausgesetzt.
Darmflora
Probiotische Kulturen und Ballaststoffe, die auf die Darmbesiedlung wirken.
Weitere Stoffe
Körpereigene Verbindungen und Strukturstoffe, die keiner der übrigen Gruppen zufallen.