I · Vitamine
Vitamin B6
auch: Pyridoxin · Pyridoxal-5-phosphat · P5P
Schaltstelle des Eiweißstoffwechsels — und das einzige B-Vitamin, bei dem Dauerüberdosierung Nerven schädigt.
Studienlage
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Was über Vitamin B6 gesagt werden darf
Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.
- 01
„Vitamin B6 trägt zu einem normalen Eiweiß- und Glykogenstoffwechsel bei“
Bedingung mindestens 0,21 mg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)
- 02
„Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei“
Bedingung mindestens 0,21 mg je 100 g bzw. je Portion
- 03
„Vitamin B6 trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“
Bedingung mindestens 0,21 mg je 100 g bzw. je Portion
- 04
„Vitamin B6 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei“
Bedingung mindestens 0,21 mg je 100 g bzw. je Portion
- 05
„Vitamin B6 trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei“
Bedingung mindestens 0,21 mg je 100 g bzw. je Portion
- 06
„Vitamin B6 trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei“
Bedingung mindestens 0,21 mg je 100 g bzw. je Portion
Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert
Das B-Vitamin mit einer echten Obergrenze
Wasserlösliche Vitamine gelten als unbedenklich, weil der Überschuss ausgeschieden wird. Vitamin B6 ist die Ausnahme. Eine dauerhaft hohe Zufuhr kann eine sensible Polyneuropathie auslösen — Kribbeln, Taubheit und Gangunsicherheit, ausgehend von Händen und Füßen. Die Beschwerden bilden sich nach Absetzen meist zurück, aber nicht immer vollständig.
Die EFSA hat die tolerierbare Höchstmenge 2023 deutlich abgesenkt, von 25 auf 12 mg am Tag. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 3,5 mg. Präparate mit 50 oder 100 mg, wie sie in B-Komplexen und Sportprodukten vorkommen, sind vor diesem Hintergrund nicht harmlos.
P5P ist selten nötig
Für die aktivierte Form P5P wird gern damit geworben, sie umgehe einen Umwandlungsschritt in der Leber. Das stimmt, spielt aber nur bei relevanten Lebererkrankungen eine Rolle. Bei Gesunden erreichen beide Formen denselben Status — und P5P unterliegt derselben Obergrenze.
Verbindungen im Vergleich
Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.
| Form | Aufnahme | Anmerkung |
|---|---|---|
| Pyridoxinhydrochlorid | hoch | Die Standardform, wird in der Leber aktiviert. Günstig und gut untersucht. |
| Pyridoxal-5-phosphat (P5P) | hoch | Bereits aktivierte Form. Sinnvoll bei Lebererkrankungen, sonst kein belegter Vorteil. |
Wechselwirkungen
Levodopa (Parkinson-Therapie)
hemmtB6 beschleunigt den Abbau von Levodopa außerhalb des Gehirns und kann die Wirkung aufheben.
Antiepileptika
hemmtGegenseitige Beeinflussung der Blutspiegel.
Magnesium
verstärktHäufige und sinnvolle Kombination — B6 verbessert die Aufnahme von Magnesium in die Zelle.
Wer besonders darauf achten sollte
- Menschen unter Dauertherapie mit Isoniazid, Penicillamin oder bestimmten Antiepileptika
- Menschen mit chronischer Nierenerkrankung
- Starke Alkoholkonsumenten
Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung
- Eingerissene Mundwinkel, entzündete Zunge
- Nervosität, Reizbarkeit, Verwirrtheit
- Kribbeln in Händen und Füßen
Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.
Woher es über die Nahrung kommt
Belege
- 01 Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level for vitamin B6 · EFSA · 2023
- 02 Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr — Vitamin B6 · Deutsche Gesellschaft für Ernährung · 2019
Siehe auch
Andere Vitamine
Wirkstoffbereiche
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Vitamine
Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellt.
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Mineralstoffe
Anorganische Nährstoffe, die der Körper in Mengen über 50 mg am Tag braucht.
Spurenelemente
Mineralstoffe, von denen der Körper täglich weniger als 50 mg benötigt.
Fettsäuren
Bausteine der Nahrungsfette, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.
Aminosäuren
Bausteine der Eiweiße, teils essenziell, teils vom Körper selbst herstellbar.
Pflanzenstoffe
Extrakte und Einzelstoffe aus Pflanzen. Für sie ist die Claim-Bewertung bis heute ausgesetzt.
Darmflora
Probiotische Kulturen und Ballaststoffe, die auf die Darmbesiedlung wirken.
Weitere Stoffe
Körpereigene Verbindungen und Strukturstoffe, die keiner der übrigen Gruppen zufallen.