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I · Vitamine

Vitamin D3

auch: Cholecalciferol · Calciol · Sonnenvitamin

Der einzige Nährstoff, den der Körper bei Sonnenlicht selbst herstellt — und der im deutschen Winter regelmäßig knapp wird.

Studienlage

Sehr gut belegt, von Fachgesellschaften anerkannt

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Wie wir bewerten
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Zugelassene Angabe

Was über Vitamin D3 gesagt werden darf

Für diesen Stoff stehen gesundheitsbezogene Angaben in der Unionsliste (VO (EU) 432/2012). Sie dürfen im angegebenen Wortlaut verwendet werden.

  1. 01

    „Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

    Bedingung mindestens 0,75 µg je 100 g bzw. je Portion (15 % des Referenzwerts)

  2. 02

    „Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“

    Bedingung mindestens 0,75 µg je 100 g bzw. je Portion

  3. 03

    „Vitamin D trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei“

    Bedingung mindestens 0,75 µg je 100 g bzw. je Portion

  4. 04

    „Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei“

    Bedingung mindestens 0,75 µg je 100 g bzw. je Portion

  5. 05

    „Vitamin D hat eine Funktion bei der Zellteilung“

    Bedingung mindestens 0,75 µg je 100 g bzw. je Portion

Grundlage: VO (EG) 1924/2006 · Unionsliste nach VO (EU) 432/2012 · Wie das Verfahren funktioniert

Warum die Versorgung im Winter kippt

Vitamin D ist der Sonderfall unter den Vitaminen: Der Körper stellt es selbst her, sobald UV-B-Strahlung auf die Haut trifft. Genau daran hapert es in Deutschland. Zwischen Oktober und März steht die Sonne hierzulande so flach, dass die UV-B-Anteile die Atmosphäre kaum noch durchdringen. Die Eigenproduktion fällt in diesen Monaten praktisch auf null — der Körper zehrt von dem, was er im Sommer im Fett- und Muskelgewebe eingelagert hat.

Wie gut dieser Vorrat reicht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Das Robert Koch-Institut fand in seiner Erhebung zur Gesundheit Erwachsener, dass rund 30 Prozent der Bevölkerung unter dem Schwellenwert von 30 nmol/l liegen, also im Mangelbereich. Weitere 30 Prozent liegen im Zwischenbereich. Über die Nahrung ist die Lücke schwer zu schließen: Selbst fetter Seefisch, die mit Abstand ergiebigste Quelle, müsste mehrmals wöchentlich auf den Tisch, um allein die Zufuhrempfehlung zu decken.

Was die Datenlage hergibt — und was nicht

Für Knochen, Muskulatur und die Calciumverwertung ist die Rolle von Vitamin D unstrittig; das spiegeln auch die zugelassenen Angaben oben wider. Deutlich schwächer ist die Beweislage überall dort, wo Vitamin D in den vergangenen Jahren als Allheilmittel gehandelt wurde. Große Interventionsstudien wie VITAL mit über 25.000 Teilnehmenden fanden bei Menschen mit ausreichender Versorgung keinen Zusatznutzen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs.

Die belastbare Aussage lautet deshalb: Eine bestehende Unterversorgung auszugleichen bringt messbaren Nutzen. Eine bereits gute Versorgung weiter aufzustocken bringt keinen.

Dosierung mit Augenmaß

Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel 20 µg (800 IE) am Tag als Höchstmenge vor — ein Wert, der auch ohne Blutuntersuchung sicher ist. Hochdosispräparate mit 5.000 oder 10.000 IE, wie sie im Internet gehandelt werden, gehören nicht in die Selbstmedikation. Vitamin D ist fettlöslich und wird gespeichert; eine Überdosierung entsteht nicht über Nacht, aber über Monate. Sie äußert sich über einen erhöhten Calciumspiegel mit Übelkeit, Nierensteinen und im Extremfall Nierenschädigung.

Wer genauer wissen will, wo er steht, lässt den 25-OH-Wert bestimmen. Die Kasse übernimmt das nur bei begründetem Verdacht; als Selbstzahlerleistung kostet die Bestimmung meist zwischen 20 und 30 Euro.

Verbindungen im Vergleich

Welche Form auf der Packung steht, entscheidet oft mehr über die Wirkung als die Zahl davor.

Form Aufnahme Anmerkung
Cholecalciferol (D3) hoch Entspricht der Form, die die Haut selbst bildet. Hebt den Blutspiegel zuverlässiger als D2.
Ergocalciferol (D2) mittel Pflanzlichen Ursprungs, wird schneller abgebaut. Für Vegetarier gibt es D3 aus Flechten.
D3 in Öl (Tropfen) hoch Fettlöslich gelöst, sinnvoll bei Tabletten-Unverträglichkeit und für genaue Dosisschritte.

Wechselwirkungen

Thiazid-Diuretika

Vorsicht

Beide erhöhen den Calciumspiegel. In Kombination kann es zu einer Hyperkalzämie kommen — ärztlich abklären.

Glukokortikoide (Kortison)

hemmt

Kortison steigert den Vitamin-D-Abbau und senkt die Calciumaufnahme. Bei Dauertherapie besteht erhöhter Bedarf.

Magnesium

verstärkt

Die Umwandlung in die aktive Form braucht magnesiumabhängige Enzyme. Ein Magnesiummangel bremst die Vitamin-D-Wirkung.

Orlistat und Colestyramin

hemmt

Fettbinder und Gallensäurebinder verringern die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Zeitversetzt einnehmen.

Wer besonders darauf achten sollte

  • Menschen über 65 Jahren — die Eigenproduktion der Haut sinkt deutlich
  • Menschen mit dunkler Haut in nördlichen Breiten
  • Wer sich überwiegend drinnen aufhält oder die Haut vollständig bedeckt
  • Säuglinge, die im ersten Lebensjahr Vitamin D als Rachitisvorbeugung erhalten
  • Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder nach Magenverkleinerung

Mögliche Anzeichen einer Unterversorgung

  • Knochen- und Muskelschmerzen
  • Muskelschwäche, besonders in der Oberschenkelmuskulatur
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Bei Kindern Rachitis, bei Erwachsenen Osteomalazie

Diese Zeichen sind unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Sie ersetzen keine Diagnose.

Woher es über die Nahrung kommt

Hering 25 µg je 100 g
Lachs 16 µg je 100 g
Eigelb 5,6 µg je 100 g
Champignons 1,9 µg je 100 g
Kuhmilch 0,09 µg je 100 g

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Belege

  1. 01 Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D · Deutsche Gesellschaft für Ernährung · 2024
  2. 02 Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln · Bundesinstitut für Risikobewertung · 2021
  3. 03 Scientific Opinion on the Tolerable Upper Intake Level for vitamin D · EFSA · 2023

Siehe auch

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